Blog

Längst vergessene Trampelpfade neu begehen

Trampelpfade Bild

 

Wir haben hier im Burgenland die geniale Möglichkeit saisonales, regionales Obst und Gemüse fast an jeder Ecke zu erstehen. Hier gibt es einen kleinen regionalen Greissler, da steht ein Selbstbedienungs- Obst und Gemüsestand und dort gibt es auch noch Leute, die so nett sind ihre zu viel produzierten Vitamine vor ihrem eigenen Haus anzubieten.

Nun wohne ich schon seit über 5 Jahre hier im Burgenland und habe es in den seltensten Fällen geschafft einfach stehen zu bleiben und biologisches, gesundes und nachhaltiges Obst und Gemüse zu kaufen, weil der Trampelpfad zum Kaufhaus doch ausgelatschter ist. Dabei ist eigentlich nichts dabei, stehen zu bleiben, das Angebot zu begutachten und etwas, was ich brauchen könnte mit zu nehmen.

Und dann – tat ich es einfach mal. Und nichts Schlimmes geschah – im Gegenteil, es bereicherte mein Leben, weil ich wunderbar schmeckendes Gemüse verarbeitete, das ich normalerweise nur in ganz kurzen Zeitsequenzen im Sommer aus dem Garten bekomme.

Beim Wegfahren vom Marktstand fragte ich mich was jetzt so schwer daran einfach anzuhalten?

Im Vorhinein waren da nämlich so marginale Fragen da, wie: kann ich da irgendwo stehen bleiben, gibt’s Wechselgeld, brauch ich ein Sackerl mit? Alles Fragen, die unwichtiger nicht sein könnten, wenn es darum geht mehr Qualität in sein Leben zu bringen.

Einfach mal die (Auto)tür öffnen, stehen bleiben, schauen, neu wahrnehmen, was da ist und noch sein könnte. Und wenn nichts für einen dabei ist, dann halt das nächste mal.

Wichtig ist, das habe ich für mich entdeckt – dass längst vergessene Trampelpfade wieder neu entdeckt werden müssen. Und manchmal müssen sie auch 2-3 Mal wieder neu betrampelt werden, um mit den großen Furchen von den anderen Discountern (nicht nur im eigentlichen Sinn) mithalten zu können. Aber dann geht man sie wieder selbstverständlich.

Kennst du diese Gefühle auch? Die Angst vor einer neuen Situation – wie schaut das dort aus, wie macht man das, hab ich alle notwendigen Dinge mit?

Und kennst du auch das dazugehörige Gefühl – ach, dann mach ichs halt so wie sonst immer.

So wie immer ist natürlich nicht schlecht! Aber manche Situationen erfordern neue Verhaltensweisen und manche Gegebenheiten schreien förmlich nach Veränderung. Das bedeutet – wenn du dich unwohl fühlst, dein Alltag grau ist, du immer wieder Menschen triffst, die dir nicht gut tun und du in deinem Leben nicht dort bist, wo du gerne wärst, dann ist es Zeit für Veränderung.

Am 22.3.2016 biete ich wieder einen Projekt Selbstliebe Abend an – diesmal geht es um das Thema: Herz öffnen – ein Thema, wo ich schon oft gehört habe – das möchte ich ja gar nicht, weil ich wieder verletzt werden könnte.

Klar kannst du verletzt werden, wenn du dein Herz öffnest, aber frag dich mal selbst, ob du nicht verletzt wirst, wenn du es verschließt? Und ob du so handeln und sein kannst, wie du wirklich bist, wenn du dich verschließt?

Und dann frag dich noch, ob du mal einen neuen Trampelpfad eröffnen möchtest?

 

Anmeldung unter: 0680/22 14 705, verena@insoul.at oder dieser Facebook Gruppe: https://www.facebook.com/events/531376810356766/

 

——————————————————————————————————————————–

 

 

Das Leben ist kein Gummiringerl – oder wie alles Einfluss auf alle hat

Alles ist mit allem verbunden

Menschen möchten vieles in ihrem Leben verändern, es besser haben, aber die Veränderung selbst wird dann oft nicht ganz so gern willkommen geheißen. Denn die Veränderung hat manchmal einen fahlen Beigeschmack. Sie bringt oft etwas mit, womit wir nicht gerechnet hätten und macht das Leben ungeahnt anders.

Ein Beispiel aus meinem Leben – ich habe jetzt einige Zeit zu Hause bei meinen Kindern verbracht, hab mich um sie gekümmert und geschaut, dass unser Zuhause rund läuft. Jetzt geht’s für mich wieder los, zurück in die Arbeitswelt.

Mein lieber Mann, der zugegebenermaßen fast immer hinter mir steht und auch sehr oft bereit ist, die verrücktesten Ideen und Projekte zu unterstützen, meint allerdings, dass trotzdem alles so weitergeht wie bisher. Das soll heißen: alles läuft für ihn so weiter, aber ich bin erfolgreich selbstständig. So spielts das leider nicht – obwohl mein Ego natürlich genauso laut brüllt:“ Das geht sich alles aus – niemand muss sich aus der Komfortzone raus bewegen.“

Das Leben ist kein Gummiringerl, sondern wenn es um Systeme geht (in unserem Fall das Familiensystem) dann spannt sich ein unsichtbarer Faden über alle Mitglieder, der etwas unnachgiebig ist.

Das Leben, das Universum, die Liebe, alles hat eigene Gesetze und alles ist mit allem verbunden.

Denn wenn einer sich bewegt, hat es unweigerlich Einfluss auf alle anderen – entweder schränkt es ihre Bewegungsfreiheit ein / gibt ihnen mehr Raum oder das (Familien)System verändert sich komplett.

Fazit: pass auf, was du dir wünscht, denn es könnte in Erfüllung gehen UND alles hat definitiv Einfluss auf alle (Beteiligten). UND Veränderung ist meist in gleichem Maße gut wie schlecht, aber sie macht das Leben mal kurzfristig anders und das bedeutet fast immer zumindest eine Zeit lang unkomfortabler.

Aber was die Veränderung mitbringt ist auch eine unglaubliche Freiheit – die Freiheit, zu wissen, dass du es kannst und die Freiheit dich immer wieder neu entscheiden zu können!

Möchtest du mal hinter deine Familiensysteme schauen? Diese Möglichkeit biete ich in Aufstellungen an.

Bei der Aufstellungsarbeit geht es darum, ein Problem durch stellvertretende Personen aufzustellen, es sozusagen sichtbar zu machen. Ich begleite deinen Prozess zur Lösung durch Veränderung des Systems so lange, bis es sich für dich gut anfühlt und du deinen Platz gefunden hast.

Die nächste Aufstellung wird am 17.3.2015 um 19 Uhr stattfinden.

——————————————————————————————————————————–

Wahre Größe kann man nicht an der Körperhöhe messen

In unserem Ort gibt es einen kleinen Mann. Immer wieder treffen wir auf ihn, wir grüßen uns, plaudern ein paar Worte und gehen weiter. Letzte Woche war es so, dass mein kleiner Mini, der grad seine Sprache entdeckt, dem Mann gegenüberstand. Nach einem kurzen Moment der Stille und des Grübelns sagte mein kleiner Mini zu ihm:“ Du klein?“

Früher wäre ich im Erdboden versunken, hätte mich geschämt, dass er so etwas sagt und den Mann damit vielleicht beschämt. Letzte Woche war das anders. Ich ließ es zu, mich von den beiden offenen Herzen berühren zu lassen, lauschte still den nicht wertenden Worten eines Kindes und beobachtete, was passiert, wenn ich einfach mal alles was ich gelernt habe „was man so tut/was man so sagt“ dort lasse, wo ich es herhatte.

Es war eine tolle Begegnung, denn der Mann antwortete genauso wie er gefragt wurde. „Ja ich bin klein,“ sagte er ganz ohne Wertung und ganz ohne diesen „Luft-anhalt-Effekt“ den ich sonst so gut aus solchen Situationen kenne. Er erzählte uns seine Geschichte und die Kinder waren gebannt und lauschten ihm sehr interessiert.

Was hatte ich in dieser Situation erlebt? Genau das was ich meinen Klienten versuche mit zu geben – benenne, was du siehst, was du fühlst, sprich es aus und wenn es aus deinem Herzen kommt, ist es richtig und wirst du niemanden damit verletzen.

Viel schlimmer ist das Gefühl, wenn ein rosa Elefant im Raum steht, alle sehen ihn und keiner spricht aus, was Sache ist. Was passiert dann? Die ganze Situation kippt und alle werden komisch oder einer versucht zu kompensieren, macht etwas, das ablenkt.

Ich liebe diese Situationen, wo jemand überraschend etwas ausspricht, mit dem man nicht gerechnet hat… es macht einfach so viel Energie frei!

Wie ist es bei dir? Sprichst du Dinge an?

Tipp für diese Woche: Versuche mindestens einmal in dieser Woche etwas auszusprechen, was du früher nicht gesagt hättest.

Aber vorsicht: die Absicht dahinter soll nicht sein, jemandem etwas an den Kopf zu werfen.

Deine Absicht dahinter: ich spreche aus, was mir am Herzen liegt, damit der rosa Elefant im Raum verschwindet und Energie frei wird.

Wenn du magst kannst du dich mit einer kleinen Energieübung darauf vorbereiten: Setz dich auf den Boden, lass deinen Atem ruhig und entspannt fließen, schließe die Augen, atme tief ein und aus, lass deinen Atem immer tiefer werden und spüre deinen Körper wo er den Boden berührt. Dann atme ein und konzentriere dich auf dein Herz, spüre wie du es mit jedem Atemzug mit Sauerstoff versorgst und lass mit jedem Einatmen dein Herz größer werden, stell dir vor wie es groß wird, sich öffnet und etwas ganz wunderbares zum Vorschein kommt.

 

Ich wünsche dir viel Spaß mit der Energieübung und auch mit dem benennen von rosa Elefanten.

Bis bald! Verena

P.S: Am 26.2.2016 findet wieder ein Projekt Selbstliebe Abend zum Thema Selbstschutz statt. Ich würde mich freuen, wenn du dabei sein kannst.

 

——————————————————————————————————————————-

IMG_6673 IMG_6675 Mai 2015

André Stern

Ich hatte diese Woche das Glück Andrè Stern kennen zu lernen. Er ist ein sehr feiner Mensch, der die uns alle im Raum tief berührt hat. 
Vor allem Kindern gegenüber hat er eine ganz besondere Haltung und meint, dass man nichts in sie rein erziehen, aber vieles mit ihnen (neu) entdecken und mit Liebe und Achtung beobachten und (wieder)kennenlernen darf. 
Ich war wie verzaubert von diesem Menschen, der niemals zur Schule und mit seinen Eltern einen ganz eigenen Weg ging. Er durfte 22 Jahre lang spielen und aus ihm wurde ein grandioser Mensch, der weder asozial noch arbeitslos ist – ganz im Gegenteil, er ist es gewohnt, sich mit Dingen zu beschäftigen und sie in ihrer Essenz wahrzunehmen und zu verstehen. Daraus hat er seine Berufung gemacht, er ist Geigenbauer, Musiker, Journalist, Autor….
Andrè Stern meint, dass Lernen und Spielen untrennbar miteinander verbunden sind und das tragische an unserm System ist, dass die Menschen zum 6-jährigen Kind sagen – so, jetzt ist es vorbei mit dem Spielen, jetzt beginnt das Lernen. Dabei haben Kinder noch nie etwas anderes gemacht als zu Lernen – im Spiel. 
Außerdem meinte er, dass viele Menschen heutzutage kein Vertrauen mehr in das Kind haben – das Vertrauen, dass es sich alleine entwickeln kann und perfekt so ist, wie es ist. Oft wird das Kind beschäftigt und dabei wird es aus einem wichtigen Prozess gerissen – dem Spielen – dem kindlichen, zwanglosen und vielfach bildenden Spielen. 
Natürlich kam dann die Frage auf, welchen Zugang Andrè Stern zum Thema „Grenzen setzen“ hat. Er antwortete, dass es für ihn so ist, dass wenn es grundsätzlich ein „ja“ zur spontanen Veranlagung des Kindes gibt, auch mal ein „nein“ ok ist. Wenn es acht von zehn Mal ok ist, dass sein Sohn in seiner Zeit agieren darf, sind die zwei Mal, wo es nicht sein kann in Ordnung. Er erzählte, dass er oft neun Stunden in der Woche mit seinem Sohn auf der Straße steht, wenn er den Müllmann bei seiner Tätigkeit beobachtet, oder den Pizzabäcker, den Polizisten oder den Mähdrescher. Diese doch sehr zeitintensive Beobachtung ist befruchtend für beide Seiten, das Kind, weil es lernt und den anderen Menschen, der endlich wahrgenommen wird, ohne Wertung. 
Und mit diesem ganz wunderbaren Satz möchte ich nun meinen „Bericht“ beenden: Mein Vater ist so sehr er, dass er mir Lust darauf macht so sehr ich zu sein. (Andrè Stern über seinen Vater, Mattersburg 2015)